Indischer Muttertagszauber in Trogen – wenn ein Ur-Hackbrett aus dem Orient erklingt
Am Muttertag wird es im Haus Vivavita in Trogen klanglich besonders: Der Trogner Musiker Samuel Büechi lädt gemeinsam mit dem Tablaspieler Florian Schiertz zu einem musikalischen Nachmittag ein, der regionale Nähe mit indischer Musiktradition verbindet – eingebettet in die ruhige Landschaft der Appenzeller Hügel.
Im Zentrum steht ein Instrument, das vertraut wirkt und doch eine weite Reise hinter sich hat: das Santur. Es stammt aus dem persischen Raum und gilt als einer der Vorläufer des europäischen Hackbretts. Mit feinen Schlägeln gespielt, entstehen schwebende, vielschichtige Klänge, die mal ruhig und meditativ, mal lebendig und rhythmisch sind.
Samuel Büechi geht dabei seinen eigenen Weg. Der Trogner, der auch mit Heilpflanzen arbeitet, versteht Musik weniger als Aufführung, sondern als Erfahrung. Inspiration findet er oft im Alltag – manchmal direkt vor der Haustür: So widmete er ein Musikstück seinen Hennen im eigenen Hühnerstall. Das bekannte Lied «Gang rüef de Bruune» hat Büechi in einen 12er-Rhythmus der indischen Musik übertragen, den sogenannten Chowtal. Vertraute Melodien begegnen dabei ungewohnten rhythmischen Strukturen.
Eine tragende Rolle spielt auch Florian Schiertz an der Tabla, der nordindischen Trommel. Seit über 30 Jahren widmet er sich diesem Instrument. Sein Zugang begann früh: Als Jugendlicher erlebte er den Perkussionisten Trilok Gurtu live – ein prägender Moment, der seinen weiteren Weg bestimmte. Es folgten Studienjahre in Freiburg und Basel sowie ein Masterabschluss im Fach Tabla in Rotterdam. Er lebt als freischaffender Musiker.
Entscheidend für seine musikalische Entwicklung ist bis heute die enge Anbindung an die indische Tradition: Schiertz lernt weiterhin im Guru-Shishya-System und reist regelmässig nach Indien, um sein Spiel zu vertiefen. Seine langjährige Erfahrung zeigt sich in einem differenzierten, fein nuancierten Spiel, das die Klangflächen des Santur aufnimmt und ihnen rhythmische Tiefe verleiht.
Auch der Rahmen des Anlasses verbindet Welten: Ab 12.30 Uhr wird ein indisches Buffet serviert – mitten in den Appenzeller Hügeln. Düfte und Gewürze stimmen auf das anschliessende Konzert ein, das um 14.00 Uhr im Haus Vivavita an der Sandegg 3 beginnt.
Im Zusammenspiel von Musik, Ort und Atmosphäre entsteht so ein Anlass, der bewusst über ein klassisches Konzert hinausgeht und Raum für Begegnung schafft.
Webseiten und Hörproben: https://samuel.bueechi.net | www.tablaflo.com
Sonntag, 10. Mai 2026 (Muttertag)
12.30 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Konzert
Ort: Viva Vita, Sandegg 3, 9043 Trogen
Anmeldung Buffet
bis zum 5.Mai 2026
Bei info@vivavita.ch oder
079 920 41 48